FAQ zu meiner Beratungsarbeit

Wie sieht der typische Verlauf einer Deiner Beratungen aus?

Nach einem unverbindlichen telefonischen Erstgespräch, in dem eine zentrale Beratungsfrage und ein Beratungsschwerpunkt definiert werden, wende ich mich meiner Vorbereitungsarbeit zu: Anhand der Ergebnisse der Potenzialanalyse PentaDesign bilde ich Hypothesen rund um die Beratungsfrage. Diese nehme ich mit ins gemeinsame Beratungsgespräch und zeige sie auf.

In der Praxis arbeite ich jeweils mit dem Elternteil, der das Anliegen mit mir am Telefon besprochen hat. In sinnvollen Ausnahmefällen und mit vorheriger Absprache während des Erstgesprächs am Telefon können die Elternteile in Begleitung ihres Kindes bzw. ihres Partners in die Praxis kommen.

Wir starten mit einem gemeinsamen Gespräch: Hat sich seit unserem Erstgespräch etwas am Anliegen meines/er Klienten/in verändert? Je nachdem, was die Bearbeitung der Beratungsfrage erfordert, wähle ich intuitiv das passende Arbeitsinstrument aus dem Bereich meiner drei Arbeitsweisen (Kinesiologie nach 3-in-1, PentaDesign und Familienberatung nach Jesper Juul) (siehe dazu: Arbeitsweise: Über die "3-E" Formel). Häufig ist es eine Kombination der drei.

Warum arbeitest du ausschliesslich mit Eltern in deiner Praxis?

Meine Erfahrung zeigt, dass viele Beratungsthemen mit der Fragestellung beginnen, wie die Atmosphäre zu Hause entspannter werden kann. Verantwortlich für die Atmosphäre miteinander sind meines Erachtens immer die Eltern, auch wenn jedes Familienmitglied etwas Gutes zur Familienatmosphäre beitragen kann (und auch dürfen sollte). Es ist also naheliegend, mit jenen zu arbeiten, die die Verantwortung tragen.

Gleichzeitig ist es mir wichtig zu betonen, dass üblicherweise niemand so gut über sich und sein/e Kind/er Bescheid weiss, wie die Eltern selbst. Eltern verfügen dadurch über einen guten natürlichen Auswahlfilter, der entscheiden kann, was für die eigene Familie gut und passend ist.  In der gemeinsamen Erarbeitung von möglichen Ansatzpunkten zum eigenen Anliegen ist das ein Filter, den ich sehr ernst nehme und sehr gerne einbeziehe. Ich habe erfahren,  dass sich so die Wirksamkeit der gemeinsamen Beratungsarbeit wesentlich erhöht.

Wie alt sind die hochsensitiven Kinder der Eltern, die den Weg zu Dir finden? Welche Themen triffst Du dann vorrangig an?

Ich arbeite am wirksamsten mit Eltern, deren Kinder im Babyalter bis hin zur (Vor-)Pubertät sind. Das ist der Lebensabschnitt, in dem Eltern ihre Kinder am intensivsten begleiten und auch mit den Werten und Grundsätzen des Lebens prägen. Ich denke gerne an Jesper Juul, der sinngemäss sagt: Ab der Pubertät sind die Eltern eingeladen, loszulassen, sich zurückzulehnen und die Früchte ihrer jahrelangen Erziehungsarbeit zu geniessen (Wenn Sie Kinder in diesem Alter haben, werden Sie jetzt wohl etwas verschmitzt lächeln). Und so erlebe ich, dass auch Eltern mit (vor-)pubertierenden Kindern den Weg zu mir finden, nämlich für sich selbst: Wie können sie besser loslassen? Was passiert in Konflikten, die destruktiv sind? Wie gestalten sie neue Freiräume sinnvoll?

Kommen Eltern zu mir, die ein Kind im Babyalter haben, dann drehen sich viele Fragen um Grundbedürfnisse des Kindes und um das veränderte Paarverhältnis: Die Geburt des ersten Kindes bedeutet auch die Geburt einer Familie. Mit der Zeit, wenn das Kind rund drei Jahre alt und älter ist, entstehen Fragen rund um die Persönlichkeit des Kindes und um das gemeinsame Entwickeln eines «Familien-Selbstbewusstseins».

Ich erlebe, dass sich Mütter und Väter nach den ersten Erfahrungsjahren als Eltern vermehrt überlegen, wer sie als Eltern sind und sein möchten, und wie sie das Familienleben bewusst (anders) gestalten wollen. Konfrontiert mit Konventionen und der Frage: «Was entspricht der Norm?» kommen Eltern mit hochsensitiven Kindern im Kindergarten- und Schulalter verstärkt auf mich zu. In diesem Zeitabschnitt, in dem die Kinder selbstständiger werden, konfrontieren sich viele Eltern auch mit der Frage nach der eigenen Berufung und wofür sie ihre Zeit (die mittlerweile ihr kostbarstes Gut ist) tatsächlich einsetzen wollen.

Wo sind die Grenzen deiner Beratungstätigkeit?

Aus meiner Professionalität heraus arbeite ich nicht mit Menschen, die sich in einer akuten, tiefgreifenden Lebenskrise befinden und psychologische Betreuung brauchen. Bei Verdacht verweise ich bereits im Erstgespräch auf kompetente Stellen, die über die erforderliche Expertise verfügen bzw. erlaube ich mir auch im Rahmen meiner Beratungen, meinen Eindruck offen anzusprechen, sollte dieser entstehen. Hier bitte ich um Verständnis, dass ich im Sinne beider Seiten sehr bewusst Grenzen ziehe.

Wenn mich Menschen fragen, mit welchen Familien ich denn arbeite, antworte ich gerne, dass ich mit gesunden Familien arbeite. Als gesund definiere ich Familien, die, wie gesagt, nicht therapeutische Behandlung brauchen und deren Eltern gleichwohl erkennen: «Jetzt sind wir an einem Punkt angelangt, wo wir uns einen Impuls von aussen holen wollen, und zwar einen, der zu uns passt. Er soll uns helfen, Bewusstsein zu schaffen, wer wir sind (und wer wir nicht sind).» Das ist ein gesunder Zug, wie ich finde. Er setzt die Erwartung in mich, dass ich massgeschneidert vorgehe, was ich tatsächlich für jede Familie tue. Erst dann kann die gemeinsame Arbeit mit Eltern auch tatsächlich wirksam sein.

Was wünscht du dir von Eltern, die den Weg zu dir finden?

So gut wie alle Eltern, die den Weg zu mir finden, versuchen, aus ihrer tiefen Liebe zu ihrem/n Kind/ern, ihr Allerbestes zu geben. Dank ihrer Liebe entwickeln sie ungeahnte Kräfte, wie sie nur Eltern haben können. Und manchmal funktioniert’s eben nicht so, wie Eltern das gerne hätten. Dann erlebe ich in meiner Praxis, wie Eltern sich in Rechtfertigungen verlieren, vor allem weil sie meinen, ihren eigenen Ansprüchen oder auch jenen der Gesellschaft nicht zu genügen. An diesem Punkt verweise ich gerne auf Jesper Juul, der sagt: «Für Kinder ist es durchaus gesund, wenn Eltern Fehler machen. Allerdings ist nichts für sie so schlimm, wie Eltern, die in ihrer Rolle unentwegt perfekt sein wollen, weil der Perfektionsdrang für das Kind sinnlos ist.» (siehe dazu: nähere Informationen zur Familienberatung nach Jesper Juul)

Die Perfektionsansprüche an sich selbst sind nicht jene Ansprüche, die das Kind an seine Eltern hat. Es sind ausschliesslich die eigenen. Das muss man erst einmal schlucken lernen. Gerade bei dem Punkt Perfektion, den Jesper Juul als «das schwerste Joch, das Eltern ihren Kindern und sich selbst aufbürden können» bezeichnet, kann auch ich als Mutter gut mithalten. Ich gestehe mir ein, dass ich ach so gerne perfekt wäre. Gelingen tut es mir freilich nicht. Das, was mich dabei zum Schmunzeln bringt: Wenn ich mir wünsche, die perfekte Mutter zu sein, macht mich das: nicht perfekt. Was ich mir also wünsche ist, dass wir Eltern uns folgenden Spruch von Bruno Bettelheim zu Herzen nehmen: «Es gibt keine perfekten Eltern und keine perfekten Kinder, aber alle Eltern können gut genug sein.»

Was kann man von dir erwarten, wenn Du mit Eltern in der Praxis zusammenarbeitest?

Eltern, die zu mir kommen, können erwarten, dass ich Ihnen mit Respekt und Würde begegne. Es ist mir wichtig, auf Augenhöhe zu kommunizieren und ein Expertengespräch mit den Eltern zu suchen: mit mir als Expertin der Hochsensitivität sowie im Anwenden meiner drei Arbeitsweisen und mit meinen Klienten als Experten ihres Lebens, ihrer Kinder und ihrer Partner. Meine Klienten können erwarten, dass auch ich mich als Person einbringe. Dazu gehört meine Intuition und auch mal eine gesunde Portion Wiener Humor, wenn es mal gar zu ernst wird.

Ein letzter, für mich entscheidender Punkt ist, dass ich sehr transparent bin, auf welcher Seite ich in meiner Arbeit stehe: Ich solidarisiere mich nicht mit der Seite der Kinder, ich solidarisiere mich nicht mit der Seite der Eltern und ich stehe nicht hinter irgendeiner (Glaubens-)Institution: Ich stehe allparteilich auf der Seite eines Familienlebens miteinander, in dem jedes Familienmitglied ein Recht darauf hat, dafür gesehen zu werden, wer es ist. Meine innere Motivation ist es, einen Beitrag zu leisten, dass Eltern in hochsensitiven Familien mit sich selbst und ihren Kindern entspannter umgehen, erblühter durchs Leben gehen und echter zu sich und anderen sind.

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