FAQ zu meiner Person

Wann hast du erkannt, dass du hochsensitiv bist?

Auch wenn ich mein ganzes Leben lang Erfahrungen mit ihr gesammelt habe, ist mir der Begriff Hochsensitivität (und dass es dazu eine weltweite «Community» gibt) erst seit einiger Zeit geläufig. Und ich muss zugeben: Es hat mich damals entspannt zu erkennen, dass ich nicht alleine bin mit dem, was mich stärker prägt, als ich es mir manchmal eingestehen will. Denn dass ich anders war als viele anderen, war mir schon von Kindesbeinen an klar – nur habe ich lang damit gehadert.

Mit zirka 23 habe ich das erste Mal erkannt, dass diese Anlage auch Positives und Nutzvolles an sich hat. Diese Erfahrung habe ich meiner Mutter zu verdanken, die damals schwer erkrankte. Sie wusste, dass ihr Leben zu Ende ging und wollte ihren letzten Weg auf ihre Weise beschreiten: respektvoll und intuitiv. Sie wünschte sich, dass ich sie darin begleite. Sie stellte mir Personen zur Seite, die mir halfen, sie genau so zu begleiten. Zu meinem eigenen Erstaunen stellte ich fest: Sie sah in mir Fähigkeiten, die ich mir vorher nie hätte zugetraut.

In deiner Hochsensitiv-Beratung berufst du dich nicht nur auf die HSP-Forschung (highly-sensitive-persons): Aus welchen Wissensquellen schöpfst du noch?

Ich schöpfe aus dem Hintergrundwissen meiner drei Arbeitsweisen: der Kinesiologie nach 3-in-1, PentaDesign und der Familienberatung nach Jesper Juul. Um dieses Wissen in einfachen Modellen und auch in Bildern auf den Punkt zu bringen, helfen mir meine Hochsensitivität und meine langjährige Erfahrung im Konzipieren von Führungstrainings für Kaderpersonen. Ich bin der Überzeugung, dass es sogar einige Grundmodelle aus der Führungstheorie gibt, die sich gut übertragen lassen auf die Beratung von Eltern. Vielleicht auch, weil es einige Parallelen gibt zwischen dem Jobprofil einer Führungsperson und der Verantwortung von Eltern.

Der grosse und bedeutende Unterschied allerdings liegt in der Definition der Ziele. Als Führungsperson habe ich die Aufgabe, gemeinsam mit meinem Team möglichst wirksam, also möglichst effizient und effektiv, festgelegte Ziele zu erreichen. Effizienz kann in hochsensitiven Familien aber absolutes Gift sein und fördert nur die «Hamsterradhektik». Effektivität im Übermass fördert ein Phänomen, das ich gerne als den «Talentausquetschungs-Stress» bezeichne (von einem Nachmittagskurs zum nächsten). Als Elternteil habe ich für eine andere Wirksamkeit zu sorgen. Ich trage die Verantwortung, ein Umfeld zu schaffen, in dem meine Familie und ich gemeinsam gut wachsen und gedeihen können. Dazu gehört, dass die Atmosphäre zu Hause liebevoll, konstruktiv und echt ist.

Wen würdest du als deine wichtigsten Begleiter beschreiben im Hinblick auf deine Beratungsarbeit?

Das sind meine langjährige Freundin, Nicole Ebhart, meine Meditationslehrerin und allen voran meine Familie. Nicole und ich tauschen uns seit mehr als 6 Jahren intensiv zu den Kindern von heute und zu unseren Vermutungen über die Kinder von morgen aus. Wir arbeiten beide mit Kinesiologie und mit PentaDesign. Und so haben wir bereits einige gemeinsame Weiterentwicklungen und Konzepte speziell für Kinder und ihre Familien erarbeitet, die ich auch in meinen Beratungen verwende. Meine Meditationslehrerin hat mich darin bestärkt, auf meine intuitiven Fähigkeiten auch im Alltag (nicht nur in Extremsituationen) zu vertrauen. Sie zeigte mir, wie ich in der Meditation zur Ruhe komme und mich in einem geschützten Rahmen öffnen kann.

Mein Ehemann und meine Tochter sind meine «Subito-Spiegel», die einfordern, dass ich «Ich» bin und rückmelden, wenn dem nicht so ist. Für ihr deutliches Feedback bin ich dankbar (zumindest meistens).

Was bedeutet die Praterallee für dich persönlich?

Für mich ist die Praterallee der Inbegriff einer Ruhe-Oase, in der ich mich entspannen kann, weil es alle anderen um mich herum auch sind. Wenn ich gestresst auf sie zusteuere, bringt sie mich mit ihrem langsameren Rhythmus und ihrem vielen Grün in meine Ruhe und Mitte.

Sie ist für mich auch ein wichtiges Bild: der Ort einer Diversität inmitten einer traditionsreichen Stadt. Auch ich bin nicht Mainstream, genauso wenig wie mein Beratungsangebot. Aus der Sicht mancher Personen stelle ich Traditionen auf den Kopf oder breche mit ihnen. So wie die Praterallee ihren Platz in Wien hat, haben auch andere Ansätze in der Kindererziehung ihren Platz. Das ist auch für Eltern und ihre Kindererziehung ein entspannendes Konzept, wie ich finde.

Wie gelassen gehst du eigentlich deinen Weg?

Ich bin es weniger oft, als ich es gerne sein wollte (und wahrscheinlich auch könnte). Aber ich bin auf dem richtigen Weg. Irgendwann musste ich verstehen, dass ich als Mutter mir doch ein deutliches Profil verleihen und eine klare Sprache finden muss. Dazu gehört auch «Nein» zu sagen, und ganz bewusst zu wählen, wie, womit und mit wem ich mein Leben verbringe. Mir ist bewusst, dass ich als Mensch mit hochsensitiven Zügen stark geprägt bin von meinem Umfeld. Manchmal ist es für mich eine Herausforderung, diese Prägung nicht misszuverstehen und mein Leben ausschliesslich danach auszurichten, was mein Umfeld für richtig hält. Auch hier gilt: Die gute Mischung macht‘s: Wo höre ich hin, was mir mein Umfeld sagt? Wo gehe ich einen anderen Weg, indem ich in mich und unsere Familie hineinhorche? Ich habe gelernt: Wenn ich mir beides erlaube, macht es mich gelassener.

Wie ist es für dich, selbst mitten im Familienleben zu stehen und dann diese Beratungen anzubieten?

Es freut mich, dass ich sowohl meine Erfahrung als Mutter als auch meine Ausbildungen in die Beratungen einbringen kann. Gleichzeitig beschäftigt mich manches mehr, als es sollte. Um intensiv an den Themen meiner Klienten zu arbeiten und gleichzeitig bei mir zu bleiben, nehme ich bei Bedarf professionelle Supervision in Anspruch. Das tut mir gut und ist meine Art, meine Professionalität zu leben.

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