Über die Gelassenheit

Was bedeutet es eigentlich, gelassen zu sein? Was steckt da dahinter? Bei diesen Fragen beziehe ich mich gerne auf ein Zitat der österreichischen Schriftstellerin, Marie von Ebner-Eschenbach. Sie sagte: „Die Gelassenheit ist eine anmutige Form des Selbstbewusstseins“. Und ich denke, das bringt es auf den Punkt.

Gelassen sein heisst nicht nur: „frei von Stress“. Es heisst auch, seinen Weg selbstbewusst zu wählen und zu gehen. Gerade für Familien mit hochsensitiven Kindern ist das lebensnotwendig. Denn ihr Leben ist ein Weg, der manchmal abseits des Mainstreams ist.

Dabei gibt es zwei grosse Hürden, die zu nehmen sind. Da sind einerseits die Menschen, die die Nase rümpfen über die seltsame Art, sein Familienleben zu gestalten (je näher diese einem sind, umso mehr tut es auch weh). Und da ist man Selbst: mit seinen Zweifeln und mit seinem Drang nach Perfektion. Gerade die Hochsensitiven unter uns kennen das nur allzu gut. Denn nicht nur die hochsensitiven Kinder neigen zu überhöhten Perfektionsansprüchen, auch ihre Eltern. Wie sehr würden sich manche von uns jemanden wünschen, der über den Kopf streicht und zusichernd sagt: Das machst Du wirklich super!

Lustigerweise haben wir genau solche Menschen um uns: und das sind unsere Familienmitglieder. Geht es uns (miteinander) gut, dann machen wir doch irgendetwas gut. Und by the way: Gut heisst noch lange nicht perfekt. Und das ist auch gut so, wie ich finde. (Mehr dazu unter FAQ zu meiner Beratungsarbeit; unter "Was wünscht du dir von Eltern, die zu dir kommen?")